TradeLens

Projektbeschreibung
TradeLens ist ein Kooperationsprojekt von Maersk und IBM mit dem Ziele eine digitale Plattform für den globalen Handel und Supply Chain Management in Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsindustrie aufzubauen. Die offene und neutrale Supply Chain Plattform wird durch die Blockchain-Technologie unterstützt. Diese ermöglicht einen Informationsaustausch und eine Zusammenarbeit über Lieferketten hinweg, um so gemeinsam die Effizienz des globalen Seetransports inklusive vor- und nachgelagerter Prozesse zu steigern. Alle involvierten Akteure, vom Sender über Reedereien, Spediteure, Hafen- oder Terminalbetreiber, Zollbehörden bis hin zum Empfänger erhalten Echtzeitzugriff auf Versanddaten, Dokumente und den aktuellen Standort der Sendung. Zudem können Smart Contracts (Digitale Verträge, die auf der Blockchain-Technologie aufbauen) verwendet werden, um die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen auf TradeLens zu vereinfachen sowie den Informationsaustausch und Handel effizienter und sicherer zu gestalten.

Seit Ende 2018 ist ein kommerzieller Zugang zur Plattform möglich. Zuvor wurden bereits das Betaprodukt TradeLens und das Early Adopter-Programm eingeführt. Mitte 2019 schließen sich vier der sechs größten Seefrachtunternehmen der Welt Maersk zur Unterstützung von TradeLens an. Im Dezember 2019 verbucht die TradeLens-Plattform bereits mehr als zwei Millionen Vorgänge pro Tag und umfasst mehr als 175 teilnehmende Organisationen.

Informationsvideo zu TradeLens unter: https://www.youtube.com/watch?v=0O2E9bCpKDk
Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen
Im Grunde genommen sind mittlerweile alle führenden Linienreedereien bei TradeLens involviert. Bis Mitte 2020 sollen rund 60% der globalen Seefrachtsendungen über die TradeLens-Plattform laufen. Die Verwendung von Plattformen, wie TradeLens, bietet die Chance die Wertschöpfungstiefe in der Logistikbranche zu erhöhen, wobei dies insbesondere für größere Unternehmen gilt. Die Kombination von Plattform und großen Linienreedereien birgt die Gefahr, dass KMU, wie Spediteure, benachteiligt werden. Daher sollte der durch die Nutzung der Plattform entstehende Mehraufwand mit dem potenziellen Mehrwert für KMU umfassend analysiert und abgewogen werden. Auf der anderen Seite kann das Angebot auch eine Chance für KMU bieten, die es ohne die Ressourcen der Großen für solche Initiativen nicht gäbe. Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass entweder pro Container, der nachverfolgt werden soll oder dessen Dokumente digitalisiert werden, eine gewisse Summe gezahlt werden muss oder das Unternehmen durch die Weitergabe seiner Daten an Maersk und IBM bezahlt.
Zeitraum
Projekt-Status
Pilotprojekt/Testläufe
Einsatzbereich
Automatisierung von administrativen Prozessen
Dokumentation von Gütern
Nachverfolgbarkeit von Gütern
Unternehmen
Maersk, IBM
Implementierung
Corda
Zuletzt geändert: 16.06.2020